Lipoprotein-assoziierte Phospholipase A2 (Lp-PLA2)

Ein gefäßspezifischer Marker zur Stabilitätsabschätzung atherosklerotischer Plaques: effizientere Früherkennung von kardiovaskulären Risikopatienten

Etwa 68 % der Herzinfarkte und auch die meisten Schlaganfälle werden durch Plaquerupturen und Thrombosen verursacht. Die Sensitivität der verwendeten Risikoscores (z. B. PROCAM, Framingham) zur Errechnung des individuellen Herzinfarktrisikos schwankt jedoch um etwa ein Drittel. Dies bedeutet, dass ca. zwei Drittel aller Herzinfarkte bei Patienten mit vermeintlich mittlerem bis niedrigen Risiko auftreten.

Die Lipoprotein-assoziierte Phospholipase A2 (Lp-PLA2) zeigt, als gefäßspezifisches Entzündungsenzym unabhängig von systemischen Entzündungsvorgängen im Körper an, ob sich in den Gefäßwänden instabile, rupturgefährdete Plaques befinden. Mithilfe des sogenannten PLAC®-Tests, der die Aktivität der Lp-PLA2 ermittelt, kann neben dem Risiko für Herzinfarkte auch das Schlaganfallrisiko abgeschätzt werden.

Zusätzlich wurde gezeigt, dass die Lp-PLA2-Aktivität bei Patienten mit Typ-2-Diabetes höher als bei Nichtdiabetikern ist und als unabhängiger Risikofaktor für koronare Herzerkrankung und kardiovaskuläre Mortalität gewertet werden kann. So können kardiovaskuläre Ereignisse möglicherweise frühzeitig verhindert werden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • hohe diagnostische und prognostische Wertigkeit als zusätzlicher, unabhängiger Marker in der individuellen kardiovaskulären Risikostratifizierung für Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Bildung besonders in instabilen Plaques; erhöhte Werte signalisieren ein erhöhtes Rupturrisiko
  • eignet sich zur Risikoabschätzung und Verlaufskontrolle unabhängig von systemischen Entzündungen (im Gegensatz zu hs-CRP)
  • eine Senkung der Lp-PLA2-Werte mit Statinen führte zu einer signifikanten Abnahme kardiovaskulärer Ereignisse
  • Lp-PLA2 ist Bestandteil eines neu entwickelten kardiovaskulären Risikoscores für Diabetiker und wurde in vier Leitlinien aufgenommen

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