Brustkrebs: Zwei körpereigene Substanzen beeinflussen das individuelle Risiko

Trotz vielfältiger medizinischer Strategien und Maßnahmen entwickelt heute jede achte Frau in Deutschland im Laufe ihres Lebens Brustkrebs. Noch vor der Früherkennung möglicherweise krankhafter Brustveränderungen ist das Bewusstsein über potenzielle Einflüsse, die das Risiko der Brustkrebsentwicklung verändern, von erheblicher Bedeutung.

Mit der Bestimmung von Proneurotensin (pro-NT) und Proenkephalin (pro-ENK) kann das individuelle Brustkrebs-Risiko nun unabhängig von anderen Risikofaktoren, wie z.B. BMI oder Alter, ermittelt werden.

Welche Daten gibt es bisher zur Risiko-Prädiktion mit pro-NT und pro-ENK?

Die Ergebnisse zweier Studien (Malmö Diet And Cancer Studie - MDC; Malmö Prevention Project Studie - MPP) unter Einbeziehung von insgesamt knapp 3.500 Frauen zeigten, dass erhöhte pro-NT-Konzentrationen und erniedrigte pro-ENK-Konzentrationen im Blut gesunder Frauen signifikant mit einem deutlich erhöhten Risiko zur Brustkrebsentwicklung einhergehen. So ergab sich für Frauen mit hohem pro-NT-Wert (> 180 pmol/L) und gleichzeitig niedrigem pro-ENK-Wert (< 44 pmol/L) ein gegenüber der „normalen“ Inzidenz etwa 3-fach höheres Risiko, im Laufe der folgenden 10-15 Jahre an Brustkrebs zu erkranken.

Wofür kann ich die Bestimmung von pro-NT und pro-ENK einsetzen?

Die Bestimmung der beiden Risikomarker pro-NT und pro-ENK liefert zusätzliche Informationen zu bisher bekannten Risikofaktoren und übertrifft diese in der Aussagekraft deutlich. Mit der Konzentrationsmessung von pro-NT und pro-ENK wird ein objektiv messbarer Zustand im Körper ermittelt, der zwar zum Zeitpunkt der Messung noch kein gesundheitliches Problem darstellen muss, aber über einen längeren Zeitraum die Entwicklung von Brustkrebs begünstigen oder anzeigen kann.

Was sagt mir das Ergebnis derpro-NT-Messung?

Das über die pro-NT und pro-ENK Bestimmung darstellbare Risiko ist keine Aussage, ob eine Frau im Laufe ihres Lebens tatsächlich an Brustkrebs erkranken wird. Es vergleicht die Häufigkeit auftretender Brustkrebserkrankungen zwischen Frauen mit „günstigen“ bzw. „ungünstigen“ Konzentrations-Konstellationen beider Marker und ermöglicht den Bezug zur „normalen“ Brustkrebs-Inzidenz.

Wie erfolgt die Bestimmung von pro-NT und pro-ENK?

Für die Konzentrationsbestimmung von Proneurotensin (pro-NT) und Proenkephalin (pro-ENK) ist lediglich eine einfache Blutentnahme (ein EDTA-Röhrchen, 2 mL EDTA-Blut ausreichend) erforderlich. Zwingend erforderlich ist, dass die Blutabnahme nüchtern, d. h. nach einer Nahrungs-, Tabak- und Alkoholkarenz von mindestens 10 h erfolgt. Das EDTA-Blut muss spätestens 20 h nach Abnahme im Labor angekommen sein. Falls eine längere Lagerungs- bzw. Transportzeit zu erwarten ist, muss das EDTA-Blut zentrifugiert, abpipettiert und das Plasma tiefgefroren eingeschickt werden.

Im Labor erfolgt die Messung mit einem immunoluminometrischen Assay (ILMA) im EDTA-Plasma.

Die Bestimmung von pro-NT  bzw. pro-ENK kann nicht als Kassenleistung, sondern nur als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) angefordert werden. Die Kosten. die die Patienten für die Proneurotensin- bzw. Proenkephalin-Bestimmung übernehmen müssen, betragen jeweils 43,72€ (1,0fache GOÄ-Satz) zzgl. der ärztlichen Leistungen (Beratung, Blutentnahme).  Bitte verwenden Sie hierfür den folgenden speziellen Anforderungsschein.

Weiterführende Informationen und der Anforderungsschein stehen Ihnen nachfolgend zum Download bereit:

Anforderungsschein_pro_NT_proENK_IGeL.pdf

Anforderungsschein_pro-NT_pro-ENK_PRIVAT.pdf

Brustkrebs-Risiko_Arztinformation.pdf