Gemeinschaftslabor Cottbus - Dres. Thorausch und Mydlak  
Home  - Sitemap - Impressum   
LaborAnalysenDiagnostikHygieneÄrztePatientenKontakt
Anforderung
Probenentnahme und Präanalytik




Hinweise zur Probenentnahme und Präanalytik mikrobiologischer Proben


Allgemeine Hinweise


Material vom Infektionsort möglichst ohne Kontamination entnehmen.
Proben, wenn möglich, vor Beginn einer Antibiose oder in einem antibiotischen Fenster entnehmen.
"Sampling errors" vermeiden. Der klinische Mikrobiologe kann die gesuchten oder verursachenden Erreger nur nachweisen, wenn diese auch im klinischen Material vorhanden sind bzw. das Material aus repräsentativen Bereichen stammt.

Anamnestische oder klinische Besonderheiten bitte auf dem Begleitschreiben mitteilen.

Bei Unklarheiten in der Probenentnahme bitte den zuständigen Mikrobiologen kontaktieren, um optimales Prozedere zu besprechen. Extrem wichtige oder schwierig zu gewinnende Materialien bitte telefonisch anmelden (Telefon: 0355/58 402-21).



Blutkulturen


Entnahme möglichst im frühen Stadium des Fieberanstiegs.
Sorgfältige Desinfektion der Punktionsstelle. Auf minimal notwendige Einwirkzeit des Desinfektionsmittels achten (in der Regel 2x30 sec)!
Wenn möglich, Blutkulturen nicht aus liegenden Kathetern entnehmen.

Bei Erwachsenen 5 - 10 ml Blut pro Flasche (optimal 8 - 10 ml).

Zuerst aerobe, dann anaerobe Flasche (nach Desinfektion des Gummistopfens) beimpfen - beide Flaschen nicht belüften!
Bei Erwachsenen mind. 2 x 2 Flaschen (je eine aerob und eine anaerob), besser noch 3 x 2 Flaschen, im Abstand von mind. 30 min abnehmen.
Blutkulturen bis zum Abtransport bei Raumtemperatur lagern!

Achtung: Der Mykobakterien-Nachweis aus Blutkulturen ist nicht möglich!

nach oben


Liquor


Auf sorgfältige Desinfektion achten!
Bei kurzen Transportzeiten (weniger als 4 Stunden) nativen Liquor einsenden sonst Liquor in eine Blutkulturflasche (vorgewärmt auf Zimmertemperatur) geben; dennoch zusätzlich wenigstens 1 ml Nativ-Liquor einsenden. Es besteht auch die Möglichkeit luftgetrocknete Objektträger-Ausstriche des Liquors einzusenden; den erstegenannten Möglichkeiten ist aber der Vorzug zu geben.
Bei Verdacht auf tuberkulöse Meningitits stets nativen Liquor einsenden.



Punktate/Material aus primär sterilen Körperhöhlen


Auf sorgfältige Desinfektion achten!
Wenn möglich einen Teil nativ in steriles Röhrchen, einen Teil in Blutkulturflasche überführen.



Gewebeproben


Immer nativ in sterilem Röhrchen (nicht in Abstrichtupfer-Röhrchen) einsenden. Ggf. mit physiologischer Kochsalzlösung benetzen; niemals mit Fomaldehyd (nur für Untersuchungen der Pathologie) in Kontakt bringen.
Auch molekularbiologische Untersuchungen (PCR) sind aus nativem Gewebematerial möglich.

nach oben


Katheterspitzen


Insertionsstelle desinfizieren, Katheter ziehen, Spitze (ca. 2 - 4 cm) abschneiden und in steriles Röhrchen (nicht Abstrichtupfer-Röhrchen) überführen.



Wundabstriche


Erregerreiches Material wird v. a. in den Wundrändern (nicht in der Mitte von Eiterseen) angetroffen!
Bei fistulierenden Prozessen Material aus der Tiefe gewinnen und nicht oberflächliches Sekret auffangen.
Abstrichtupfer-Röhrchen (mit Amies-Medium) bis zum Abtransport bei Raumtemperatur lagern.



Respiratorische Materialien


Tracheal- und Bronchialsekret/BAL geeigneter als Sputum.
Material nativ in sterilen Röhrchen einsenden. Ggf. auch Absaugkatheter einsenden.
Respiratorische Materialien (im Gegensatz zu Wundabstrichen) bis zum Abtransport bei 4°C - 8°C lagern.



Rachen-, Ohren-, Nasen- und Augenabstriche


Möglichst viel Material auf Tupfer bringen.
Abstrichröhrchen mit Transportmedium (Amies) benutzen.
Bis zum Transport wie Wundabstriche bei Raumtemperatur lagern.

nach oben


Genitalabstriche


Abstrichtupfer nur mit veränderten Bereichen bzw. Sekreten in Kontakt bringen (Cave: kontaminierende Standortflora).
Je nach Untersuchungsanforderung Proben in Amies-Transportmedium bzw. Portagerm-Medium einsenden. Bis zum Transport bei Raumtemperatur lagern.
Für die Chlamydien- und/oder Gonokokken-Diagnostik (genomischer Erregernachweis) ist ein spezielles Entnahme-Set notwendig, welches Sie bei uns im Labor abfordern können (Telefon 0355 - 58 40 245).
Der Nachweis von Humanen Papilloma-Viren (HPV, low and high risk) erfolgt ebenfalls mit einem speziellen Entnahme-Set - zu erhalten ebenfalls im Labor (0355/58 402-45).
Mycoplasmen bitte gesondert anfordern.



Urine/Uricult


Am häufigsten kontaminierten mikrobiologischen Untersuchungsmaterialien!
Aus diesem Grund unbedingt auf vorrausgehende adäquate Reinigung des Genitals achten.
Eintauchnährböden vollständig mit Urin benetzen und Urin dann vollständig aus dem Gefäß entfernen. Uricult sofort bebrüten.
Das im Nativurin-Probenröhrchen vorgelegte Stabilisationsmedium verhindert die Vermehrung der Bakterien während des Transports, erhält aber die volle Vitalität der Bakterien. Diese Proben bis zum Transport ins Labor bei 4-8°C lagern.



Stuhlproben


Um die Sensitivität zu erhöhen, sollten 3 Stuhlproben eines Patienten eingesandt werden, welche auch aus unterschiedlichen, repräsentativen Bereichen (möglichst schleimig (-blutig) verändert) einer Defäkation stammen können. Ansonsten Material von drei unterschiedlichen Stuhlgängen einsenden. Es sollten etwa 2-3 Löffelchen Stuhl pro Probe gewonnen werden.
Bei Kassenpatienten EBM-Ausnahmeziffer "32006" auf Überweisungsschein angeben, damit das Budget des einsendenden Arztes nicht belastet wird.



EBM - Ausnahmekennziffer 32006


Erkrankung oder Verdacht auf Erkrankung, bei denen eine gesetzliche Meldeplicht besteht, sofern in diesen Krankheitsfällen mikrobiologische, virologische oder infektionsimmunologische Untersuchungen durchgeführt werden, oder Krankheitsfälle mit meldepflichtigem Nachweis eines Krankheitserregers belasten unter Angabe der Ausnahmekennziffer "32006" das Laborbudget des einsendenden Arztes nicht.

nach oben



Seite druckenSeite drucken




Suche im Leistungsverzeichnis:

DAR
DGA-ML-6057.98.02