Gemeinschaftslabor Cottbus - Dres. Thorausch und Mydlak  
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Drogen-Toxikologie




Drogen-Untersuchungen
Verfahrensweise bei der Fragestellung Drogen- oder Medikamentenabusus

Zur Feststellung eines Medikamenten- oder Drogenmißbrauchs stehen verschiedene Materialien zur Auswahl. Es können Serum, Urin oder Haare verwendet werden. Durch die Aufnahme- und Abbaukinetik sind die verschiedenen Materialien zur Untersuchung in verschiedenen Zeithorizonten geeignet.
Zur Orientierung kann man im Serum von einer Nachweisbarkeitsdauer von Minuten bis zu einigen Stunden ausgehen.
Im Urin ist der Nachweis eines Konsums in Abhängigkeit von der Dosis und der Häufigkeit des Missbrauchs über mehrere Tage gegeben.
Haare lassen bei genügend langem Haar (mindestens 6 cm) Rückschlüsse für die letzten sechs Monate zu.



Für eine Screeninguntersuchung ohne konkrete Verdachtsmomente zur Wirkstoffgruppe sollte als Material Urin verwendet werden, da die Sensitivität für dieses Material am größten ist. Die Verfahrensweise ist im Labor dabei so, dass der Urin auf sieben häufige Wirkstoffe bzw. Wirkstoffgruppen, die nachfolgend aufgeführt sind, mit einem immunologischen Verfahren untersucht wird.


Untersuchte Wirkstoffe und Wirkstoffgruppen:


Barbiturate
Benzodiazepine
Cannabis
Opiate
Amphetamine
Kokain
Methadon

Bei negativem Ausfall aller Screeningteste wird der Urin insgesamt abschließend als negativ bewertet. Bei positivem Ausfall eines oder mehrerer Screeningteste erfolgt eine Bestätigungsanalytik mit GC-MS. Nur bei positivem Ausfall dieser Methode erfolgt eine positive Bewertung. Bei positivem Ausfall eines Wirkstoffgruppentestes wie z.B. Amphetamine erhält der Einsender die Angabe des Wirkstoffs aus der Gruppe.

Besondere Bedeutung besitzt der Bestätigungstest für positive Screeningtese der Opiate, da dieser auch durch Einnahme Codeinhaltiger Hustentropfen verursacht werden kann.

Bei Verdacht auf den Mißbrauch von Medikamenten, die nicht zu den oben genannten Gruppen gehören wie z.B. TCA oder opiatähnliche Analgetika ist diese Fragestellung auf der Anforderung gesondert auszuweisen. Auch bei konkretem Verdacht des Missbrauchs amphetaminähnlichen Designerdrogen sollte diese Fragestellung gesondert formuliert werden, da der Amphetamingruppentest für viele abgewandelte Substanzen aus der Gruppe nicht genügend sensitiv ist.
In diesen Fällen erfolgt ein zusätzlicher Suchtest mit einer chromatographischen Methode.

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