News

Copeptin (CT-proAVP)

01.11.17

Umstellung der Analyse von ADH auf Copeptin

Die Messung von ADH (Antidiuretisches Hormon, Vasopressin) wird ab 20. November 2017 durch die Bestimmung des wesentlich stabileren ADH-Äquivalents Copeptin (CT-proAVP) ersetzt.

Hintergrund
Copeptin wird als C-terminaler Anteil des Prä-Pro-Vasopressin im Hypothalamus synthetisiert. Im Hypothalamus werden daraus im 1:1-Verhältnis ADH, Copeptin und Neurophysin II abgespalten.        ADH und Copeptin werden im Hypophysenhinterlappen gespeichert und äquimolar ins Blut freigesetzt. In mehreren klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass Copeptin bei Veränderungen der Osmolalität und des intravasalen Volumens die ADH-Konzentration exakt wiederspiegelt.

Klinische Bedeutung
In der Differenzialdiagnose des Polyurie-Polydipsie-Syndroms ist der Biomarker Copeptin dem ADH überlegen. Das Polyurie-Polydipsie-Syndrom ist durch erhöhte Flüssigkeitsaufnahme (> 4 Liter/24 h) und erhöhte Urinausscheidung (> 30 ml/kg KG) bei erniedrigter Urinosmolalität und erhöhter Serumosmolalität definiert. Unter anderem gilt es, die primäre Polydipsie von einem zentralen und einem renalen Diabetes insipidus zu unterscheiden.
Nachteilig ist, dass Copeptin, ähnlich ADH, auch ein relevanter Marker für akuten endogenen Stress ist. Es kann durch nicht-osmotische Aktivierung bei Zuständen wie Schock, Sepsis, Schlaganfall oder Myokardinfarkt unspezifisch erhöht sein.


Ansprechpartner: Herr Dr. med. Karsten Mydlak: 0355 58402-11

 

Weitere detailliertere Informationen finden sie hier.